Category: Nachklapp


Beltane: Mut zur Selbstliebe inmitten blühender Natur

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Beltane ist die Zeit, in der die Schleier zwischen den Welten dünn sind und die Lebensenergie in ihrer vollen Kraft zurückgekehrt ist. Am Abend des 30. April fanden wir uns zu einem Ritual zusammen, das in der Magie der Selbstliebe und der Feier unserer individuellen Schönheit verwurzelt war.

Wir begannen unser Treffen mit einem gemeinsamen Essen, und brachten auch den Kreaturen des Landes eine Gabe.
Danach begannen wir unser Ritual mit der Intention:
„Wir blicken voller Selbstliebe in den Spiegel und feiern unsere einzigartige Schönheit“.

Wir riefen Hern und den Grünen Mann, Mave die Feenkönigin, die uns aus der Anderswelt besuchte, und die Queer Ones zu uns in den Kreis:
Das männliche und das weibliche Prinzip, und auch alles, was sich jenseits von männlich oder weiblich befindet, und Alles davon auch in ihren göttlichen Formen.

Die Trance im Kern unseres Rituals haben wir darauf ausgerichtet, den Frühling zu erfahren und uns mit Selbstliebe zu begegnen. Sie führte uns an eine glatte Wasserfläche, wo wir unserem Spiegelbild tief in die Augen blickten. Wir bewunderten unsere eigene Schönheit und sprachen uns Selbst Komplimente aus.

Nach der Trance haben wir diese positiven Selbstwahrnehmungen niedergeschrieben. Sie sollen uns daran erinnern, unsere eigene Schönheit zu sehen, zu schätzen und auch zu zeigen. Vor dem Ritual hatten wir pflegendes Öl mit Blütenblättern vorbereitet, das luden wir nun mit dem Gefühl dieser Selbstliebe auf.

Dann zogen wir bei sanftem Mondlicht in den Garten um, und entfachten unser Beltane Feuer. Umgeben von der lebendigen Energie des nächtlichen Gartens und dem knisternden Feuer trugen wir das Öl auf unsere Haut auf, um die Erinnerung an die Trance und das zärtliche Gefühl für uns Selbst zu verankern.

Das Feiern der Liebe und des Lebens durch Singen, Trommeln und Tanzen um das Feuer war ein Ausdruck purer Freude. Wer wollte trat ans Feuer und sprach ein paar Worte der Selbstliebe, die vom Kreis anerkennend bezeugt wurden. Das war eine kraftvolle Bestätigung der Einzigartigkeit jedes Einzelnen von uns.

Danach gingen wir wieder zum ausgiebigen Tanzen über, und hatten dann noch viel Spaß damit uns noch besser kennenzulernen, indem wir ein paar Runden „Zwei Wahrheiten, eine Lüge“ spielten.

Unser Beltane-Fest 2024 war eher auf der ruhigeren Seite, aber dennoch sehr intensiv. Diese Jahreskreisfeier erinnerte uns nicht nur an die Wichtigkeit der Selbstliebe, sondern auch an die Schönheit, die entsteht, wenn wir unsere individuellen Gaben in einem Kreis von Vertrauten teilen.

(Die Bilder vom Altar sind am nächsten Tag entstanden.)

Frühlings Tag-und-Nacht-Gleiche: Ein kleines, aber feines Fest

Dieses Jahr feiern wir nur die Mondfeste in größerem Rahmen. Das bedeutet, dass die Sonnenfeste, wie die Frühlings Tag-und-Nacht-Gleiche, im ganz kleinen Kreis stattfinden. Nur wir zwei.

Ostara, wie dieses Fest auch genannt wird, haben wir dieses Mal ganz einfach gehalten, es gab nur eine kurze Trance für uns. Wir haben uns darauf konzentriert, die Energie des ersten Frühlingserwachens zu spüren, und zu schauen, was in uns und um uns herum wachsen möchte, diesem Wachstum Raum zu geben. In der Ruhe unseres kleinen Festes haben wir eine tiefe Verbindung zur Natur gespürt. Wir konnten erfahren, dass auch kleine Feier mit wenigen Leuten ihre eigene Magie haben.

Ich hoffe, dass es für Euch spannend ist zu lesen, wie andere Leute die Jahreskreis-Feste feiern, egal ob im kleinen oder großen Rahmen, und wünsche Euch eine wunderbare Frühlings-Tag-und-Nacht-Gleiche.

Nachklapp Imbolc 2024

Im Herzen des Winters, wenn die ersten Anzeichen des Frühlings leise an die Tür klopfen, feiern wir das Imbolc-Fest – eine Zeit der Reinigung, Erneuerung des Lichts und des Schutzes.
Im Zentrum dieses Festes steht die ehrwürdige Göttin Brigit, deren Aspekte uns durch die Dunkelheit leiten und uns auf den Weg des Lichts und der Hoffnung führen.

Der Beginn des Rituals

Unser Ritual zuhause begann mit dem traditionellen Reclaiming-Kreisziehen, bei dem wir die Elemente und die Göttin einluden, uns auf unserer Reise zu begleiten. Dieser heilige Kreis diente als Schutzraum und als Schwelle zwischen den Welten, in dem wir uns sicher und unterstützt fühlten, unsere tiefsten Intentionen zu erforschen und zu manifestieren.

Die Intention für unser Ritual

An Brigits Quelle reinigen wir uns von all dem, was wir nicht mehr brauchen. In Brigits Schmiede transformieren wir, machen aus Passendem Passendes. Brigits Mantel umhüllt uns uns schützt uns.

Die Reinigung an Brigits Quelle

Der erste Schritt unserer Reise führte uns an Brigits Quelle, einem symbolischen Ort der Reinigung und Erneuerung. Wir fühlten uns in die Stille des Winters ein, und reinigten uns mit einem Salz-Honig Peeling. ein Akt des Loslassens alter, nicht mehr dienlicher Muster.

Für mich persönlich war dieser Moment von großer Bedeutung. Ich konnte mich von altem Ballast und Mustern befreien, bereit, nicht mehr dienliches abzustreifen.

Die Transformation in Brigits Schmiede

Weiter ging es in Brigits Schmiede, wo wir durch das Formen von Tonobjekten unsere Absichten und Träume für das kommende Jahr manifestierten. Dabei half wieder ein Soundtrack von Hammerschlägen in einer Schmiede.

Inspiriert von der Vision eines Objekts mit sieben schalenartigen Vertiefungen, formte ich ein Symbol für die tägliche Übernahme von Verantwortung. Dieses Objekt, das sich fast organisch unter meinen Händen gestaltete, soll mich jeden Tag daran erinnern, meinen Teil beizutragen.

Der Schutz durch Brigits Mantel

Der Abschluss unseres Rituals fand unter Brigits schützendem Mantel statt. In einer liegenden Trance erlebten wir den Schutz und die Umhüllung durch die Göttin.

Für mich war dies ein Moment des tiefen Friedens und der Sicherheit, ein Gegenstück zum Loslassen alter Muster. Brigits Mantel schützt mich davor, dass Altes zurückkehrt oder Ungewünschtes sich wieder in meine Muster einschleicht.

Die Rückkehr des Lichts

Nach dieser tiefen Erfahrung zündeten wir traditionell Kerzen in Brigits Namen an, als Symbol für das kommende Licht und die Hoffnung, die das Imbolc-Fest in uns weckt. Wir konnten hier nochmal die kerzen anzünden, die wir letztes Jahr in Brigits Schmiede gestaltet hatten. So gab es hier einen schönen Rückbezug auf das, was vorher kam.

Am nächsten Tag: Die Verankerung in der Realität

Am nächsten Tag haben wir dann noch eine der heiligen Quellen hier in unserer Gegend besucht. Da wir das Ritual in der Geborgenheit unserer Wohnung abhielten, war der Besuch einer realen Quelle am nächsten Tag ein wichtiger Schritt, um unsere spirituellen Erfahrungen in der physischen Welt zu verankern. Dieser Ausflug war auch eine wunderschöne, gemeinsame Aktivität unserer Gruppe, um unsere Verbindung zur Natur und zueinander zu vertiefen.

Das Imbolc-Fest ist eine Zeit des Neubeginns, der Hoffnung und der Gemeinschaft. Durch unser Ritual und gemeinsame Aktivitäten ehrten wir die Göttin Brigit und erinnern uns an die Kraft der Erneuerung, die in jedem von uns liegt. Möge dieses Fest ein Leuchtturm sein, der uns durch das Jahr führt, erfüllt von Licht, Liebe und Verbundenheit.

Yule – Pe’s persönliche Reflexion über die Ruhe der Dunkelheit und die Wiedergeburt des Lichtes

Die Zeit des Winters lädt uns ein, innezuhalten und die Ruhe zu umarmen, die in der Dunkelheit liegt. Yule, das Fest der Wintersonnenwende, bietet uns die Gelegenheit, diese besondere Stille zu ehren und uns auf die Wiedergeburt des Lichts einzustimmen.

In diesem Jahr habe ich Yule auf eine sehr persönliche Art und Weise zelebriert. Anstatt in der Gemeinschaft zu feiern, fand jeder von uns in der Geborgenheit seines eigenen Raumes einen Moment der Stille, zur gleichen Zeit, verbunden durch die Tradition und den Geist des Festes.

Als ich vor Sonnenaufgang aufstand, umhüllte mich die Dunkelheit des Winters – eine Dunkelheit, die weit mehr als nur das Fehlen von Licht ist. Sie ist ein Raum der Möglichkeiten, ein Schoß der Stille, in dem wir Ruhe und Frieden finden können.

Auf meinem Balkon, eingehüllt in die Wärme meines Mantels und mit einer heißen Tasse Tee, ließ ich die Dunkelheit auf mich wirken. In dieser Dunkelheit fand ich eine tiefe Ruhe, die nur der Winter bieten kann – eine Ruhe, die uns erlaubt, zu reflektieren, zu regenerieren und uns auf das zu besinnen, was wirklich zählt.

Die Dunkelheit und die Stille des Yule-Festes erinnert uns daran, dass nach jeder Dunkelheit das Licht folgt. Es ist ein Fest, das Hoffnung schenkt und zeigt, dass Neuanfänge immer möglich sind.

Ich hoffe, dass auch ihr die Gelegenheit gefunden habt, auf Eure eigene Art und Weise das Neue Jahr zu begrüßen

Unser Besuch in der Bocksteinhöhle zur Mabon Jahreskreis-Feier

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Mit dem Anbruch der goldenen Herbsttage, die die Landschaft in warme Farben tauchen, haben wir die Mabon Jahreskreis-Feier im Rahmen unserer Stammtisch Gruppe zelebriert.

Dieses Jahr führte uns unsere Feier an einen Ort von tiefgreifender historischer und spiritueller Bedeutung – die Bocksteinhöhle im Lohnetal. Versteckt im Herzen der Schwäbischen Alb, ist die Bocksteinhöhle mehr als nur eine Höhle. Sie ist ein Fenster in unsere Vergangenheit, ein Zeugnis für den Erfindungsreichtum unserer Vorfahren und ein Symbol für die unzerbrechliche Verbindung der Menschheit mit der Natur. Diese Höhle, einst Heim und Werkstatt sowohl für Neandertaler als auch für moderne Menschen, bot die perfekte Kulisse für einen Teil unserer Mabon-Feier.

Vorbereitung und Ritual zuhause
Da wir nicht sicher seinkonnten, wie ungestört wir vor ort in der Höhle und ihrer Umgebung sein würden, Haben wir unser Ritual und Trance zuhause gemacht, und die Höle zuerst in unserer Vorstellung einbezogen. Das ging, weil Pe die Höhle kennt, und sie uns lebhaft beschreiben konnte.

Im Zentrum unseres Rituals stand eine Trance-Erfahrung, ein tiefer Tauchgang in unser eigenes Bewusstsein, geleitet vom Geist der Höhle und der Weisheit unserer Vorfahren. Das Ziel war es, unseren eigenen Schatten zu treffen und mit ihmm zu tanzen.

In unseren Gedanken malten wir ein lebhaftes Bild der Bocksteinhöhle. Wir stellten uns ihre Lage inmitten der grünen Schwäbischen Alb vor, den Eingang eingebettet zwischen alten Steinen und üppigen Büschen. Wir visualisierten die zwei Teile der Höhle – einen hellen, einladenden Raum und einen dunkleren, geheimnisvolleren hinteren Bereich. Wir sahen die Durchbrüche zum aussen im vorderen Teil, wie durch sie die Sonne den Innenraum erhellt, und so einen Übergangsbereich erschaft. Dann erforschten wir in Gedanken das nahtähnliche Merkmal an der Decke, das die letzte Schwelle zum dunklen Innen markiert.

Als wir tiefer in unsere Trance eintauchten, luden wir den Gehörnten in unseren Kreis ein. Diese alte Gottheit, ein Symbol für Natur, Wildnis und den ungezähmten Geist, war unser Führer und Beschützer im dunklen Teil der Höhle. Wir baten den Gehörnten, unsere Augen und Ohren zu sein, um sicherzustellen, dass wir wirklich mit unseren inneren Schatten arbeiteten.

Als wir die Schwelle überschritten, standen wir mit einem Fuß in jeder Welt, bereit für eine tiefgreifende Entdeckung. Im dunkelsten Teil der Höhle trafen wir dann auf unsere Schatten. Dies war eine Zeit der Introspektion, des Fragens und des Suchens nach Weisheit, aber auch der Aktion und des Tanzes.

Die Höhle, in ihrer stillen Majestät, wurde zu einem Ort der Kraft und Reflexion. Der Gehörnte war bei uns, bot Führung und Unterstützung, aber die Reise in die Dunkelheit war unsere allein. Es war wichtig sicherzustellen, dass der Schatten, dem wir begegneten, wirklich unser eigener war, denn nur dann konnte er seine Einsichten und Gaben teilen.

Da wir das Anleiten der Trance in drei Teile aufgeteilt hatten, die jeweils von jemand anderen gefürt wurden, zeichneten wir diesen ersten Durchlauf unserer Reise auf und spielten ihn im Anschluss gleich wieder ab. Somit konnten wir alle noch mal gleich tief in diese Erfahrung hinein gehen, und alle Teile davon selbst erleben.

Der Besuch vor Ort
Mit dem Nachhall unserer Trance noch in uns, machten wir uns auf den Weg zur Bocksteinhöhle. Unser Aufstieg vom Parkplatz zur Höhle war still, um andere Wanderer nicht zu stören, und doch war er erfüllt von der Energie unserer Vorbereitungen und der Erwartung dessen, was kommen würde.

Die Bocksteinhöhle, eingebettet in das malerische Lonetal, empfing uns mit ihrer majestätischen Präsenz. Wir waren erschöpft vom steilen Aufstieg, der gar nicht so einfach zu meistern war. Als wir den Eingang betraten, konnten wir die Jahrtausende spüren, die diese Höhle Zeuge menschlicher Geschichte und Kultur gewesen war. Die Höhle war nicht nur ein Unterschlupf, sondern auch eine Werkstatt, ein Ort des Lernens und der Innovation. Hier hatten Neandertaler vor über 50000 Jahren Keilmesser und -spitzen hergestellt, Werkzeuge, die für ihr Überleben unerlässlich waren.

Während unseres Besuchs in der Bocksteinhöhle sind wir alle schweigend noch mal die Elemente unserer Trance durchgegangen, und haben sie mit den realen Eindrücken vor Ort verglichen und ergänzt. Gegen Ende unseres Aufenthalts brachten wir unsere Dankbarkeit und unseren Respekt zum Ausdruck, indem wir biologisch abbaubare Opfergaben vor dem Eingang der Höhle (ein Stück Apfel, einen Rosmarin-Zweig)hinterließen und ein Lied auf der Flöte spielten. Diese Gesten waren unsere Art, der Höhle und der Natur für ihre Gastfreundschaft und Weisheit zu danken. Sie waren auch eine Erinnerung daran, dass wir Teil eines größeren Ganzen sind, dass wir mit der Erde und ihren Geschöpfen verbunden sind und dass wir die Verantwortung haben, diese Verbindungen zu ehren und zu pflegen.

Welt-Kultur Erbe
In der Nähe der Bocksteinhöhle befinden sich auch der Hohlenstein und die Vogelherd-Höhle, die ebenfalls von großer prähistorischer Bedeutung sind. Der Hohlenstein ist bekannt für den Löwenmenschen, eine der ältesten Darstellungen eines Mensch-Tier-Halbwesens. Die Vogelherd-Höhle hingegen war der Fundort der ältesten Kleinskulpturen der Menschheit. Diese Orte erinnern uns daran, wie tief unsere Wurzeln in dieser Erde verankert sind und wie eng wir mit der Natur verbunden sind.

Unser Besuch in der Bocksteinhöhle war mehr als nur eine Feier des Mabon Jahreskreis-Festes. Es war eine Reise in unsere Vergangenheit, ein Tanz mit unseren inneren Schatten und eine Erinnerung an unsere Verbindung mit der Natur. Es war eine Erfahrung, die uns tiefgreifend berührt hat, und die uns dazu inspiriert hat, mit Dankbarkeit, Respekt und Bewusstsein in die Zukunft zu blicken.

Nachklapp Lughnasadh Camp 23

Lugh Symbol

Das Lughnasadh Camp 23 war toll und sehr kreativ, das muss ich einfach so sagen. Es war eine Zeit voller Workshops, Lernen und Gemeinschaft. Eine Woche, in der wir eingeladen waren, unsere magische Kreativität zu erleben und zu entfalten.

Unsere Reise führte uns durch die Geschichte von Lugh, dem keltischen Gott des Lichts, den man auch den Strahlenden, den Vielbegabten nennt. Jede Station auf dieser Reise war eine Chance, tiefer in Lughs Geschichte einzutauchen und unsere eigene Kreativität zu entdecken und zu feiern. Es war eine Inspiration und eine Erinnerung daran, dass wir alle die Fähigkeit haben, unser eigenes Schicksal zu gestalten.

Tagsüber hatten wir viele kreative Workshops, und Abends dann jeweils ein Ritual, indem wir einen weitern Teil der Geschichte von Lugh erlebt haben.

Hier die Stationen, die wir in den Abend-Ritualen nacherleben konnten:

Die Prophezeiung und die Angst
Eine düstere Prophezeiung bestimmte das Leben von Lughs Großvater, dem Fomori-König Balor. Sie sagte seinen Tod durch die Hand seines eigenen Enkelsohns voraus. Getrieben von Angst und Verzweiflung, sperrte Balor seine Tochter Ethniu in einen Turm. Er hoffte, so das Schicksal zu umgehen und keinen Enkel zu bekommen. Trotz aller Bemühungen konnte Balor sein Schicksal nicht ändern. Seine Angst raubte ihm die Freiheit und ließ ihn in ständiger Furcht leben. Ethniu gebar Drillinge. Balor ließ die Säuglinge aus Furcht ins Meer werfen. Doch Lugh überlebte.
Von Balors Geschichte lernten wir eine wichtige Lektion: Wir können unser Schicksal nicht kontrollieren, aber wir können wählen, wie wir darauf reagieren. Statt in Angst zu leben, können wir uns entscheiden, unser Schicksal mutig zu konfrontieren.

Die Zeit der Isolation: Lernen, auf sich selbst zu vertrauen
Nachdem Lugh das einzige überlebende Kind von Ethnius Drillingen war, fand er sich allein und verlassen auf dem offenen Meer wieder. Diese Zeit der Isolation war eine Prüfung, er fühlte sich verloren und allein. Doch es war auch eine Zeit, in der er seine innere Stärke entdeckte, lernte, auf sich selbst zu vertrauen.
Lughs Erfahrung auf dem Meer zeigte uns, dass selbst in Zeiten der Einsamkeit und Verlassenheit, wir die Möglichkeit haben, uns selbst besser kennenzulernen. Zu lernen, auf uns selbst zu vertrauen und unseren eigenen Weg zu finden.

Tailtiu: Die Bedeutung unserer Wurzeln
Nach seiner Zeit der Isolation auf dem Meer fand Lugh ein neues Zuhause bei Tailtiu, der Erdmutter der Firebolg. Sie nahm den verlorenen Jungen auf und sorgte für ihn. Tailtiu, Lughs Ziehmutter, spielte eine entscheidende Rolle in seiner Entwicklung. Ihre Weisheit und Fürsorge prägten Lugh tief. Sie ermöglichte es ihm, von vielen Lehrern ganz unterschiedliche Fähigkeiten zu erlernen. In dieser neuen Phase seines Lebens begann Lughs Ausbildungszeit. Durch sie lernte er, sich selbst zu verstehen und seinen Weg zu finden. Daraufhin war er ihr für immer dankbar.
Diese Lehrzeit erlebten wir mit den vielen kreativen Workshops nach,an denen wir tagsüber teinahmen. Die Geschichte von Tailtiu und Lugh lehrt uns, dass wir von den Menschen geformt werden, die uns aufziehen und ausbilden. Sie lehrt uns, unsere Wurzeln zu kennen und zu ehren. Denn sie sind ein Teil dessen, wer wir sind und wer wir werden.

Die Herausforderung am Tor von Tara
Mit dem Wunsch, seine Dienste dem König von Tara anzubieten, machte sich Lugh auf den Weg. Er war sich seiner Fähigkeiten und Talente bewusst und war bereit, sie in den Dienst des Königs zu stellen. Doch als er am Tor von Tara ankam, wurde er zunächst vom Torwächter abgewiesen. „So einen, der das kann, haben wir schon. Dich brauchen wir nicht.“
Diese Erfahrung war eine Prüfung für Lugh, eine Erinnerung daran, dass wir im Leben oft auf innere und äußere Blockaden stoßen. Diese Blockaden können uns zurückhalten und uns daran hindern, unser volles Potenzial zu entfalten. Doch sie dienen auch dazu, uns zu prüfen und uns dazu zu bringen, kreativ und entschlossen zu sein.

Der Einlass
Lugh, anstatt entmutigt zu sein, antwortete dem Torwächter mit Entschlossenheit und Selbstvertrauen: “Sag Deinem König, dass hier einer Einlass will, der all dies gleichermaßen gut kann. Ich weiß, dass er mich braucht.” Lugh wußte, was er wert ist und was er kann. Er erkannte, dass seine Fähigkeiten benötigt wurden und dass er bereit war, darauf zu bestehen, seinen Platz am Hof einzunehmen. Selbst, wenn er dazu die Regeln des Torwächters ändern musste, und direkt nach dem König gefragt hat.
Lughs Geschichte lehrt uns, dass wir manchmal die Regeln ändern müssen, um unsere Ziele zu erreichen. Es ist unsere Bereitschaft, flexibel zu sein und uns anzupassen, die uns letztendlich hilft, unsere eigenen Torwächter zu überwinden.

En Brief an uns selbst
Wir haben dann einen Brief an uns selbst geschrieben, der während den Rauhnächten gegen Ende dieses Jahres an uns geschickt werden wird. Einen Brief, um uns auch in der Zukunft daran zu erinnern, was wir von Lughs Geschichte gelernt haben: Jeder von uns ist einzigartig und hat etwas ganz besonderes in die Welt zu bringen. Es ist wichtig, dass wir das erkennen und es nutzen, um unseren eigenen Weg zu gehen. Wir sollten nicht zulassen, dass die Torwächter in unserem Leben – ob sie nun innerlich oder äußerlich sind – uns davon abhalten, unser wahres Potenzial zu entfalten, indem sie uns eine Lüge auftischen, die gerade soviel Wahrheit enthält, dass wir sie glauben: „Du bist nichts wert, du kannst nichts, keiner braucht, was du zu bieten hast.“ Stattdessen sollten wir die Lüge der Torwächter erkennen und unseren eigenen Weg gehen.

Das Lughnasadh-Fest: Eine Feier der Gemeinschaft
Das Lughnasadh-Fest, das wir am letzten Tag gefeiert haben, war eine lebendige Feier der Kreativität und des Lebens. Wir kamen zusammen, um Aufführungen zu genießen, unsere Kunstwerke zu teilen und unsere Fähigkeiten und Talente zu feiern. Ursprünglich wurde das Fest von Lugh eingeführt, um seine Ziehmutter Tailtiu zu ehren. Es ist eine Zeit der Dankbarkeit, der Wertschätzung unserer Wurzeln und der Feier unserer Gemeinschaft.

Das Lughnasadh Camp 23 war eine Reise der Entdeckung und des Wachstums, inspiriert von der Geschichte von Lugh. Wir haben gelernt, unsere Blockaden zu überwinden, unsere Einzigartigkeit zu erkennen und unsere Gemeinschaft zu feiern. Es war eine Woche in der wir eingeladen waren, unsere magische Kreativität zu erleben und zu entfalten.
Und genau das haben wir gemacht!

Wenn ihr wissen wollt, was so an Aktivitäten und Workshops Teil des Lughnasadh Camps waren, schaut euch doch einfach hier im Blog um. Wir haben immer wieder mal Details zur Planung, den Inhalten, den Lehrer*innen etc. gepostet. Viel Spaß beim Stöbern!

Stationen der Reise

Rückblick auf unsere Lughnasadh-Jahreskreisfeier am Isar-Ufer

Im Rahmen unseres spirituellen Stammtisches haben wir kürzlich eine ganz besondere Feier abgehalten.
Für Lughnasadh, das Fest der Ernte-Vorbereitung, haben wir uns in kleiner Runde an das malerische Ufer der Isar begeben.

Die Isar, mit ihrer beruhigenden Strömung und der natürlichen Schönheit, bot den perfekten Rahmen für unsere Feier.
Umgeben von der üppigen Natur, konnten wir uns ganz auf die Bedeutung von Lughnasadh konzentrieren: Dankbarkeit für die Früchte der Arbeit und Anerkennung für das bereits Geleistete.

Ganz unmittelbar an den Elementen, mit Wasser, Kies und Schlamm zwischen unseren Zehen, haben wir einen Kreis gezogen und eine geführte Trance improvisiert. Unser Thema war eine innere Feldbeschau. Wir haben uns gefragt: Welche Saat ist aufgegangen? Was ist unerwartet erblüht? Und was ist nicht aufgegangen oder braucht vielleicht noch etwas mehr Zeit?

In der Meditation sind wir der Reihe nach diese drei Felder abgelaufen. An jedem Punkt haben wir verweilt und uns gefragt, was es hier zu lernen, zu sehen und zu erfahren gibt. Am Ende haben wir uns auch gefragt, ob alles dort ist, wo es sein soll. Oder ob vielleicht Pflanzen von einem Feld in ein anderes umgesetzt werden wollen?

Es war eine Gelegenheit, uns selbst zu reflektieren und zu erkennen, wo wir stehen und wohin unsere Reise geht. Diese tiefe Verbindung mit der Natur und mit uns selbst war eine kraftvolle Erfahrung. Sie hat uns daran erinnert, dass wir Teil des größeren Ganzen sind und dass jeder von uns einen wichtigen Beitrag leistet.

Wie schon oft, haben wir den Brunch am Tag danach für unseren monatlichen Stammtisch genutzt. Neben der weiteren Planung für zukünftige Aktivitäten haben wir auch über den Sinn und Unsinn von geschlechtsspezifischen Veranstaltungen diskutiert. Also Events nur für Männer, Frauen etc. Warum können wir nicht die enorme Unterschiedlichkeit eines jeden Individuums als gegeben hinnehmen und einfach Events gestalten, bei denen alle willkommen sind und sich alle mit ihren Unterschieden gegenseitig bereichern? Diese Frage ist ein wichtiger Teil unserer Philosophie bei Earth Art Sky. Wir glauben an die Kraft der Gemeinschaft und daran, dass alle Menschen, unabhängig von Geschlecht, Herkunft oder Glauben, einen wertvollen Beitrag leisten können. Wir freuen uns darauf, diese Vision in unseren zukünftigen Veranstaltungen weiter zu verwirklichen.

Es war ein Tag der Gemeinschaft, der Reflexion und der Dankbarkeit, der uns alle daran erinnert hat, wie wichtig es ist, uns mit der Natur und ihren Zyklen zu verbinden.
Und damit haben wir dieses Jahr mehr oder weniger drei Mal Lughnasadh gefeiert: ein mal während des Witch Camps, dann noch mal beim Wicker Man auf dem Castle fest. Und nun hier am Isar-Ufer.
Jede dieser Feiern war besonders und alle anders und sehr bereichernd. Auch wenn wir nicht vor haben, nun jedes Jahr drei mal Lughnasadh zu feiern, so möchten wir diese Erfahrung aber auch nicht missen.

Nachklapp Loki Workshop in Vöhringen

Nun ist er vorbei, der Loki Workshop in Vöhringen.

Kerzenkreis

Wir haben viel gelernt. Über Loki und seine Bedeutung in nordischen Kulturen. Wir haben von vielen Bräuchen und Sprichwörtern gehört, die mit Loki in Verbindung stehen. Und die heute noch gelebt werden.
Wir haben vieles über Loki aus den Geschichten der Edden erfahren und einiges in Trancen nacherlebt. Es war eine faszinierende Erfahrung, die uns geholfen hat, Loki auf eine tiefe und persönlichere Weise kennen zu lernen.

Kurz und knapp: Es war ein tolles Erlebnis!
Wir haben sehr viel gelacht und zwischendurch das ein oder andere Tränchen verdrückt.

Wir möchten uns bei allen Teilnehmer*innen bedanken, die an unserem Workshop teilgenommen haben. Es war großartig, Euch näher kennenzulernen und Eure Erfahrungen und Gedanken zu hören! Wir hoffen, dass Ihr den Workshop genau so sehr genossen habt wie wir.

Ein besonderer Dank geht auch an unsere Lehrerinnen Curtis und Britta, die uns durch den Workshop geführt haben. Ohne ihre Expertise und Leidenschaft für das Thema wäre dieser Workshop nicht möglich gewesen.

Nun ist der Workshop vorbei und alle sind wieder weg. Aber es gibt eine Ausnahme: Wolpi hat sich entschieden, bei seinem Freund Anubis zu bleiben, bis Britta im Sommer zum Camp wieder kommt. So lange feiern die Jungs ihre Freundschaft! 
Wolpi und Anubis
Vielleicht machen Dich ja die Bilder und Eindrücke vom Workshop neugierig und Du willst auch mal dabei sein? Schreib uns eine E-Mail an info[ät]earthartsky.de, oder schau Dich mal auf unserer Homepage um.
Wir würden uns freuen, Dich dabei zu haben!

Altar bilder 1

Altar Bilder 2

Frühlings-Equinox Feier

unsere mit Naturfarben gefärbten Eier

Am letzten Freitagabend feierten wir die Frühlings Tag- und Nachtgleiche mit einem kleinen Ritual in unserer Gruppe. Wie oft haben wir zuerst gemeinsam gekocht und das Ritual geplant. Wir entschieden uns, das Ritual selbst kurz und einfach zu halten, da wir alle von der vergangenen Woche müde und erschöpft waren.

Nach dem Essen begannen wir das Ritual mit dem Nennen unserer Intension: „Die Elemente sind im Gleichgewicht, wir finden dieses in uns selbst. Dann lassen wir gehen, was uns zurückhält, um wild und frei zu sein.“
Danach zogen wir den Kreis, und riefen die fünf Elemente an, wie es bei unseren Ritualen üblich ist. Anschließend haben wir Lugh, den Gott der Sonne und des Sommers, und seine Ziehmutter Tailtiu, die Göttin der Erde, eingeladen an unserem Ritual teilzuhaben. Damit wollten wir uns auch schon ein wenig auf unser Witch Camp im Sommer einstimmen.
Dann machten wir uns an das Färben von Eiern mit natürlichen Farbstoffen, wie Zwiebelschalen und Blauholz. Die Eier hatten wir vorher mit Kräutern und Blättern belegt, um schöne Muster zu erzeugen und in Feinstrumpfhosen gesteckt, damit die Blätter an die Eier gedrückt würden. Die Eier haben wir über Nacht in den Töpfen gelassen. Manchen dieser Eier haben wir eine Intention mitgegeben,viele verzierten wir auch einfach nur der Schönheit wegen.
Der Höhepunkt des Rituals war eine geführte Trance-Reise. Wir haben uns vorgestellt, dass wir uns auf den Weg aus unserer Siedlung in die Natur machen. Wir sind durch Felder, Gras und Wälder gewandert und haben dabei einen Hasen beobachtet, der ausgelassen herumsprang und spielte. Schließlich luden wir den Hasen ein, zu uns zu kommen. Wir baten ihn, alles mitzunehmen, was uns zurückhält.

Nach der Trance öffneten wir den Kreis und bedankten uns bei allen Entitäten, die an dem Ritual teilgenommen haben.
Es war interessant in der Runde zu vergleichen, was wir in der Trance erlebt haben. Das Schöne an dieser Arbeit ist ja immer, dass sie uns überraschen und inspirieren kann.

Am nächsten Morgen sind wir dann mit einem Brunch und unserem monatlichen Stammtischtreffen in den Samstag gestartet. Natürlich haben wir auch das Ergebnis unserer Eierfärbe Aktion bewundert! Dabei sind ein paar sehr schöne Stücke heraus gekommen.

Auch dieses Jahreskreis-Fest, auch wenn es eher einfach gehalten war, hat uns wieder vorangebracht und bereichert. Vielleicht war ja klein und gemütlich genau das, was wir zu diesem Zeitpunkt brauchten.

Und ganz lieben Dank an Margit von den Alten Künsten, für die wunderbaren naturfarben!

unser Altar für die Feier

Nachklapp Imbolc Fest am 10.02.2023 in Vöhringen

Am Freitagabend haben wir ein wunderschönes Imbolc-Ritual zu Ehren von Brigid gefeiert. Die Planung wurde bei unserem letzen Stammtisch Termin in Reclaiming Tradition gemeinsam ausgearbeitet, und so hatte unser kleines, aber feines Team alles vorbereitet, was wir für ein erfolgreiches Ritual benötigten: Wunderbares Bastelmaterial, ein einfaches und leckeres Essen, Wasser von der Quelle an der Augenkapelle in Traunstein und einen Audiotrack für Brigids Schmiede.

Als wir uns schließlich im Kreis versammelten, haben wir unsere Intension verlesen: „Wir lassen gehen, wir schmieden und wir säen. Dies tun wir mit Bridigs Hilfe.“
Wir haben die Elemente, die Kreaturen des Landes und unsere Verbündeten gerufen und Brigid in unseren Kreis eingeladen, damit sie das Geschehene bezeugt und verstärkt.

Der Mittelteil des Rituals hatte drei Stationen:
An der Quelle haben wir mit Wasser und Salz alles abgewaschen und abgelöst, was wir nicht mehr in unserem Leben benötigen. „Im Salz gebunden, aus mir verschwunden. Fortgespült ins Meer, von dort gibt es keine Wiederkehr“
In Brigids Schmiede haben wir zu dem Lärm der Hämmer auf glühendem Metall transfomiert, was wir in unserem Leben verändern wollen. Dazu haben wir auf Kerzen geschrieben und gemalt, was für uns jeweils diese Dinge symbolisiert.
Und schließlich haben wir Ringelblumensamen in Töpfchen gesetzt, als Symbol für die Dinge, die wir jetzt in unserem Leben pflanzen wollen, die jetzt keimen, wachsen und gedeihen dürfen.
Anschließend haben wir Kerzen und Pflanztöpfe auf einen Altar für Brigid gestellt und sind dann in die Schmiede gegangen, um mit Körper und Stimme Energie aufzubauen und sie schließlich ins Universum hinauszuschleudern. Zum Abschluss haben wir allen Angerufenen für ihre Mitwirkung gedankt und den Kreis wieder aufgehoben. The circle is open, but unbroken…

Den Abend haben wir mit einem Check-Out und einem geselligen Plaudern ausklingen lassen.

Es war ein wundervolles Ritual, das uns alle tief bewegt hat. Wir haben uns gegenseitig Kraft und Mut geschenkt und sind uns sicher, dass Brigid uns auch weiterhin in dieser zeit der Transformationen begleiten wird.

Am nächsten Morgen haben wir dann den aktuellen Stammtisch Termin mit einem Reste-Brunnch begangen und uns über Reclaiming relevante Themen unterhalten. Es wurden einige Termine geplant und auch ein möglicher Ausflug in die Natur besprochen. Es gibt viel, was wir tun und bewegen können!